Weihnachtsbrief 2025
von Dietmar Sommer
Liebe Freunde und Familie, Bekannte und Nachbarn,
„Die Weihnachtsfreude pustet keiner aus…“ – so lautet eine Textzeile aus einem Weihnachtslied, das uns in diesem Jahr besonders berührt hat. Denn 2025 war für uns geprägt von Herausforderungen und Rückschlägen, die uns oft an der Möglichkeit, diese Weihnachtsfreude zu genießen, haben zweifeln lassen.
Vier schwere Operationen bei Dietmar, eine erneute Krebsdiagnose, über 2 Monate im Krankenhaus, das Leben mit Stoma und alle Unannehmlichkeiten, die dieser Beutel mit sich bringt, sowie der Rollstuhl nach der Entlassung. Kurzdarmsyndrom und die Zusatzernährung über den Port – das sind einige Stichworte, die das Jahr 2025 für uns geprägt haben. Leider kommt es auch vermehrt zu psychischen Problemen. Es gibt Tage, an denen der Antrieb fehlt, und dass die Psyche mal wieder alles lähmt, ist auch verständlich nach allem, was war. Es ist oft ein harter Kampf, sich aufzuraffen. Aber auch da ist die „private Krankenschwester Christine“ immer wieder gefragt. Doch auch Christine hat in diesem Jahr sehr viel ausgehalten. Ihr Diabetes ist dabei doch recht gut und die Werte waren hervorragend. Was auch an der neuen Insulinpumpe liegt, die sie Anfang des Jahres bekommen hat. Das neue System regelt vieles selbst, vorwiegend in der Nacht. Nach einer OP als sie mich im Krankenhaus besuchte hatte sie bedauerlicherweise wieder eine Ohnmacht. Zum Glück sind dabei nicht mehr als einige blaue Flecken entstanden. Jeden Tag war sie geduldig im Krankenhaus und dann noch einmal in der Woche bei ihrem Vater. Das war sehr viel was sie sich zugemutet hatte. Vor allem wenn man selbst auch krank ist und viel Ruhe benötigt.
Doch trotz all dieser Herausforderungen verspüren wir am Ende des Jahres auch viel Dankbarkeit. Der Rollstuhl steht mittlerweile im Keller, das Leben mit Stoma mag unangenehm sein, aber wir haben uns gut darauf eingestellt. Anfangs mit Unterstützung eines Pflegedienstes, übernehmen wir nun die Versorgung größtenteils selbst. Christine, meine beste Krankenschwester, kümmerte sich um die Wundversorgung. Gemeinsam schließen wir die Ernährung an und auch der Umgang mit dem Stoma gelingt uns meist gut, aber manchmal zickt er rum. Nur sind wir beide bei allem, was passierte, eine ganze Ecke dünnhäutiger geworden. Das soll sich 2026 wieder ändern.
Die Uniapotheke aus Bielefeld kommt einmal in der Woche vorbei, setzt eine neue Portnadel und sorgt dafür, dass wir das benötigte Material erhalten. Die Versorgung durch die Uniapo läuft reibungslos, ebenso wie die Stomaversorgung durch Andreas König und Prolife Homecare. Wir sind dankbar, dass wir uns um diese Dinge keine Sorgen machen müssen.
Wir sind überwältigt von all der Hilfe und den freundlichen Gesten von Nachbarn und Freunden. Besonders in diesem Jahr sind wir dankbar dafür, dass unser Haus damals so gut und schnell verkauft werden konnte. Ohne dies hätten wir in diesem Jahr vor großen Problemen gestanden. Alles ist gut gelaufen, wie es ist.
Nun richten wir unseren Blick auf 2026. Im Januar steht bereits die nächste Operation an, bei der das Stoma zurückverlegt werden soll. Operationen sind nie angenehm, aber wenn danach das Kapitel Stoma abgeschlossen werden kann, ist es jede Anstrengung wert.
In diesem Sinne möchten wir uns bei euch allen für eure Unterstützung, eure Gebete und eure warmherzige Hilfe bedanken. Gemeinsam schauen wir optimistisch auf das kommende Jahr und sind dankbar für jeden Tag der Gesundheit und des Zusammenhalts.
Wir wünschen euch frohe Weihnachten und einen guten Start ins neue Jahr!