Krankenhausgeschichten mit Lerneffekt

von Dietmar Sommer

Von der Kissenschlacht zur Vernunft!

Manche Erinnerungen brennen sich ein. Meine stammt aus dem 2. Schuljahr – und sie beginnt im Krankenhaus.

Damals wurden mir die Mandeln entfernt. Nicht, weil sie krank waren. Nein – man wollte das „Loch im Hals“ vergrößern. Eine medizinische Maßnahme, die aus heutiger Sicht fast surreal klingt. Die Begründung war ebenso bemerkenswert: „Wir bekommen den Jungen nicht groß.“ Ich sollte zunehmen. Rückblickend kann ich nur sagen: Bekloppt – aber wahr!

Die legendäre Kissenschlacht

Die eigentliche Geschichte spielte sich jedoch kurz vor der Entlassung ab. Wir waren zu dritt im Zimmer – drei Jungs, kurz vor der Freiheit, voller Energie und Übermut. Was macht man in so einer Situation? Genau: eine ordentliche Kissenschlacht.

Was als harmloser Spaß begann, endete dramatisch. Die frischen Wunden hielten der Belastung nicht stand. Starke Blutungen. Panik. Und statt Entlassung gab es für uns alle einen kräftigen „Nachschlag“ im Krankenhausbett. Ausgelassene Freude verwandelte sich in betreutes Liegen.

Eine Lektion, die man nicht vergisst.

Heute: Wieder Krankenhaus – aber klüger

Und nun liege ich wieder hier. Diesmal allerdings nicht wegen einer spektakulären Aktion, sondern weil mein Stoma zurück verlegt wurde. Da mein Hausarzt am Wochenende nicht erreichbar ist. Werde ich erst Montag entlassen Sicherheit geht vor – also bleibt man vorsichtshalber noch ein paar Tage.

Die gute Nachricht: Wenn alles weiterhin so gut verläuft, werde ich am Montagnachmittag wieder zuhause sein. Es ging schneller als erwartet, und vor allem: Mir geht es wirklich sehr gut.

Und eines ist sicher – aus der Geschichte von damals habe ich gelernt.

Diesmal wird es keine Kissenschlacht geben.

Man lernt schließlich aus seinen Fehlern.